Schulcontainer: Endlich Platz

Bericht der Elmshorner Nachrichten vom 17.12.2016

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SCHULTRAINING Am Gemeindezentrum werden jetzt Kinder unterrichtet, die als„unbeschulbar“ gelten

KLEIN NORDENDE Was lange währt, wird endlich gut. Unter diesem fast schon weihnachtlichen Motto könnte der Schulcontainer neben Klein Nordendes Gemeindezentrum stehen, der jüngst eingeweiht wurde. Über zwei Jahre vergingen, bis der Container seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Gedacht ist er in erster Linie für das Schultraining von Jungen und Mädchen im Grundschulalter, die mit dem Schulalltag nicht zurechtkommen und lernen müssen, sich in einen Klassenverband zu integrieren.

Das kooperative Schultraining im Kreis Pinneberg ist in vier Bereiche unterteilt. Klein Nordende beherbergt schon seit längerem die Grundschuljahrgänge für das Gebiet Elmshom/Barmstedt. Die größeren Kinder und Jugendlichen werden in Elmshorn betreut. Ganz bewusst wurde der Container-Standort am Gemeindezentrum gewählt. Er ist zu Fuß von Klein Nordendes Grundschule aus erreichbar, bietet aber doch den nötigen Abstand zum Schulalltag.

Bislang waren die Kinder während des Schultrainings in einem Raum des Gemeindezentrums untergebracht, den auch der Spielmannszug nutzt. Kein idealer Zustand, wie der Leiter des Förderzentrums Paul-Dohrmann-Schule, Volker Hintsch, zugab. Lange habe man nach einer besseren Lösung gesucht - bis die Idee eines Schulcontainers ins Spiel gebracht worden sei.

Auch ein Sponsor habe sich rasch gefunden. Michael Sottmann, Chef des gleichnamigen Spezial-Gerüstbau-Untemehmens, steuerte 9000 Euro und somit rund die Hälfte der benötigten Gesamtsumme bei.

„Mit dem Container kommen wir einen großen Schritt weiter“, betonte Kai Grüninger, sozialpädagogischer Leiter der Awo, die bei dem Projekt genau wie Schul- und Jugendamt mit im sprichwörtlichen Boot sitzt. Schulrat Dirk Janssen bedankte sich bei Klein Nordendes Bürgermeister Hans-Barthold Schinckel für dessen stets positive Haltung während der Umsetzungsphase des Projektes und unterstrich den guten Ruf der Grundschule in Klein Nordende.

Schon 2008 sei in Uetersen das Schultraining gestartet, so Grüninger. Träger seien die Arbeiterwohlfahrt und der Verein für Jugendhilfe. Das Training richte sich an „Schüler, die als unbeschul-bar gelten“ und nun wieder ihren ganz individuellen Weg in den sogenannten Regelunterricht finden müssten. Die dafür „passenden“ Räumlichkeiten seien entsprechend wichtig. Betreut werden die Kinder von einem Team aus Lehrern, Sonderschul- und Sozialpädagogen. Bei Bedarf werden auch außerschulische Partner wie Jugendärzte oder Ergothera-peuten hinzugezogen.

Wer sich im Raum Elmshom/Barmstedt für das kooperative Schultraining interessiert, kann unter der Telefonnummer (04121) 9 08 90 25 weitere Informationen einholen. Carsten Wittmaack